Meinungen zum Vermessungsbrief

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Meinungen zum Vermessungsbrief

Beitrag: #1Beitragvon GER O » 03.07.2013, 14:25


Hi zusammen,

aus aktuellem Anlass möchte ich Meinungen zu einem Vermessungsbrief hier im Thread sammeln.

Zum Einstieg hier der Entstehungsgrund:

Rio hat geschrieben:...
Die Ausschreibung habe ich schon mal überflogen. Dort wird für jedes Boot ein Meßbrief verlangt.
Das wäre für uns dann Neuland.
Hat sich schon jemand damit beschäftigt.



Hi Mario,

im Zuge der Neuerstellung der deutschen Übersetzung der Klassenregeln sind schon ein paar Gedanken zu Vermessung und Messbriefen hin und her gegangen.

Im Sinne des Spirits der Klasse ist von offiziellen Regelungen Abstand genommen worden.
Ich finde die Einleitung der Regeln ist da gut getroffen:
"...Die Vermessungsvorschriften, die Segelkennzeichung der Vermessung und der Messbrief sind Teil der internationalen Regeln und damit auch Teil der Deutschen Regel. Im Sinne des bisherigen Spirits der RG65 sollte aber keine reguläre Vermessung erfolgen, ein Messbrief ist für Ranglistenregatten und iDM nicht notwendig.
Eine offizielle Vergabe von Messbriefen ist derzeit in Deutschland noch nicht geregelt."

Da bleibt also nur zweierlei, entweder dich an einen ausländischen Verband zu wenden, oder wir regeln schnell noch die Messbriefvergabe für internationale Regatten.

Bei Letzterem wäre ich schmerzfrei.
Mein Vorschlag:
Wenn also hier Bedarf besteht, eröffne ich einen Diskussionsthread zur Regelanpassung mit einer befristeten Laufzeit. Danach eine Online-Abstimmung über die Vorschläge der Vergabepraxis. Die Regelanpassung sollte dann bis zur nächsten Abstimmung über die RG-65 Klassenregeln 2012
Version 2011-12-24
Gültigkeit haben.

Den möglichen Weg aus meiner Sicht kann ich ja schon mal aufzeigen. Für mich spricht gar nichts dagegen eine sogenannte Selbst- oder Eigenvermessung zuzulassen.
Die Vermessungsunterlagen geben dies ja gradezu her. Abschnitt 1. und 2. sind Verpflichtungserklärungen, wir können also auch im Sinne der int. Regelungen eine Selbstvermessung zulassen.


Mit Bitte um weitere Stimmen,
Gruß Gero
GER O
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Re: Meinungen zum Vermessungsbrief

Beitrag: #2Beitragvon Heiri » 03.07.2013, 21:15


Auch aus der Schweiz kommt eine Meinung...

Nach der Regatta in Bischheim (Elsass) welche zum Regio-Cup Süd zählte, haben wir uns Gedanken über das Problem gemacht.

Vor der Regatta wurde eine offizielle Vermessung der Boote durchgeführt.
Es wurden folgende Bestandteile verlangt:
- Papierschablone des A-Riggs
- Definierung welche 3 Riggs für die Regatta verwendet werden.
- Messmarken im Rigg
- Flächenangaben im Rigg
- Markierung in Fock und Gross (A, B, C) damit man keine Mischungen verwenden kann
- Der Rumpf wurde eher marginal angeschaut

Alles was nicht vorhanden war, muss nächstes Jahr zwingend angebracht bzw. hergestellt werden.

Aus den Erfahrungen die wir da gemacht hatten, haben wir uns vorgenommen, dass jeder für sich selbst die Riggs vermisst und mit den erforderlichen Marken versieht. Ebenso wird der Rumpf klar deklariert.
Dann füllt jeder für sich den Messbrief aus, welcher dann von einem allfälligen Vermesser (IOM, M, 10R) unterzeichnet wird.
So sollte das "rechtliche" Vakuum einigermassen gefüllt sein.

Ob das nun dem "Spirit" der RG-Klasse einen Knick versieht, kann ich mir nicht vorstellen.
Wer an solche Regatten fahren will, soll's machen, wer nicht soll's bleiben lassen...
Die Kosten halten sich damit ganz sicher in erträglichen Grenzen.
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Re: Meinungen zum Vermessungsbrief

Beitrag: #3Beitragvon Roland K. » 04.07.2013, 07:15


Tja war wohl nichts mit der Hoffnung mal ein Jahr ohne Regeldiskussion auszukommen.... :(

Die Antwort ist für mich aber sehr simpel.
Ein rechtliches Vacuum gibt es nicht, es ist daher auch nicht nötig sich bei anderen Klassen wie IOM,M,10R zu bedienen. Wer Vermesser ist legt der Verband/die Klassenvereinigung selber fest, das machen die DSV Klassen genauso. Also dürfen wir und die Schweizer ebenso selber festlegen wer bei uns Vermesser ist. Ich denke da finden sich genug freiwillige. Die können dann im Bedarfsfalle einen Messbrief ausstellen und fertig. Wer warum auch immer einen haben will holt sich den, die anderen lassen es wie bisher bleiben für die deutschen Regatten ist es schlicht nicht nötig.

Von "offizieller" Selbstvermessung halte ich gar nichts auch nicht mit nem dazu geschummelten Stempel aus einer anderen Klasse. Entweder Vermessen, dann richtig oder es eben lassen.
Roland K.
 

Re: Meinungen zum Vermessungsbrief

Beitrag: #4Beitragvon Admin1 » 08.07.2013, 15:06


Hi Roland ... 'ein Jahr ohne Regeldiskussion' ...kannst vergessen :tatsch: :D

Von 'offizieller Selbstvermessung' halte ich auch nicht viel .. bringt doch nix.
Wenn ich ein Rigg baue mache ich mir ja im Vorfeld Gedanken zu Segelaufteilung etc.. Rechne die Flächen aus und erstelle eine 1:1 Zeichnung des ganzen Riggs. Wenn das sorgfältig gemacht wird stimmt das auch. Also habe ich quasi jedes meiner Segel selbst vermessen und hatte auch mal eine Papierschablone dafür. Ich möchte auch durchaus behaupten das das stimmt was ich da mache .. aber verbindlich wird das ganze doch erst wenn jemand anderes das alles nachmisst und bestätigt.

Die Punkte..
- Papierschablone des A-Riggs
- Messmarken im Rigg
- Flächenangaben im Rigg

Wundern mich aber etwas .. vor allem Papierschablonen und Messmarken .. ist das durch die Int. Regeln abgedeckt? Kann mich nicht erinnern etwas derartiges gesehen zu haben?

In einem Punkt möchte ich Roland noch widersprechen ..
Also dürfen wir und die Schweizer ebenso selber festlegen wer bei uns Vermesser ist. Ich denke da finden sich genug freiwillige.

Festlgen können wir sicher .. aber meinst du wirklich das sich da Freiwillige melden die sowas machen wollen? Kann ich mir nicht vorstellen, wer will sich die ganze Messerei usw.. schon antuen.
Ich jedenfalls nicht :)
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Re: Meinungen zum Vermessungsbrief

Beitrag: #5Beitragvon GER O » 08.07.2013, 15:28


andyhoff hat geschrieben:...
Die Punkte..
- Papierschablone des A-Riggs
- Messmarken im Rigg
- Flächenangaben im Rigg

Wundern mich aber etwas .. vor allem Papierschablonen und Messmarken .. ist das durch die Int. Regeln abgedeckt? Kann mich nicht erinnern etwas derartiges gesehen zu haben?
...


gemeint sind wohl Messmarken des Segels.
6.2. "Jedes Segel hat nicht entfernbare Messmarken, die alle Punkte, die für die Flächenberechnung benötigt werden kennzeichnen."

5.2.4. "Dazu gehört auch für jedes Segel eine Zeichnung des Umrisses in Originalgröße (s. Anhang 6)"
Eine Zeichnung läßt sich am besten auf Papier bewerkstelligen. Man kann aber bestimmt auch Papyrus oder Ikarex nehmen.

Ansonsten: Ausfüllen der Vermessungsunterlagen auf Ehr und Gewissen, Selbstvermessung :tup:
Gruß Gero
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Re: Meinungen zum Vermessungsbrief

Beitrag: #6Beitragvon Admin1 » 08.07.2013, 16:01


OK,
hätte ich vorher lesen sollen :oops: hatte ich wohl verdrängt ;)
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Re: Meinungen zum Vermessungsbrief

Beitrag: #7Beitragvon Ruthard » 10.07.2013, 06:44


Servus beieinander.
Die Begeisterung für dieses Thema scheint ziemlich "groß" zu sein wenn man die Anzahl der Diskussionsbeiträge sieht.
Für mich wäre das ein Grund, nachdem ich wieder gesund bin, auf diese Klasse zu langfristig verzichten.
Die Annäherung an abschreckende Bootsklassen ist mir zu heftig.

OK, ich räume ein es ist und war nie mein Ziel nur für Regatten zu leben und krank zu sein wenn ich nicht gewinne. Das ist mir nach wie vor egal wenn ich mit meinem selbstgebauten Mist Vorletzter werde, sollte ich mich zu einer Regatta hinreißen lassen.

Soweit meine Meinung (nicht mehr und nicht weniger) zu diesem Thema.
Ruthard

Sicher tangiert mich das erst mal nicht.
Mein "aber" ist wehret den Anfängen.
Es ist halt leider eine deutsche Tugend alles und jedes reglementieren zu wollen...
Zuletzt geändert von Ruthard am 10.07.2013, 12:16, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Meinungen zum Vermessungsbrief

Beitrag: #8Beitragvon Roland K. » 10.07.2013, 08:00


Warum willst Du aufhören? Es betrifft Dich bzw. die Klasse in Deutschland doch gar nicht?

Aber wie so oft, das Wort Vermessung fällt und viele gehen einfach auf die Barrikaden, so wie der Stier mit dem roten Tuch, so ähnlich erlebt man das ja auch immer wenn man das Wort Klassenvereinigung ausspricht. ... ;)


Also mal zu Klarstellung: es geht nicht um eine Vermessung in Deutschland, es ist in unseren Klassenregeln ausdrücklich vermerkt das selbst für eine iDM eine Vermessung nicht nötig ist. D.h. Regatten bei denen eine Vermessung Pflicht ist fallen nicht unter unsere Regeln und werden auch nicht in die RL aufgenommen.

So dann gibt's aber ein paar Leute die gerne zu Internationalen Regatten fahren möchten und im Dreiländereck entwickelt sich gerade eine sehr schöne Länderübergreifende Zusammenarbeit. Und was andere Länder so machen und wenn die eben die Regeln nicht ganz so locker auslegen wollen ist das genauso deren Sache wie wir das machen.

Für mich ist es eine Sache des Respekts den Regattaveranstaltern gegenüber, wenn die einen Messbrief haben wollen dann muss man den eben mitbringen oder zuhause bleiben und sich nicht irgendeine geschummelte Lösung basteln.
Was spricht also dagegen für die Menschen die gerne auch mal Ausserhalb segeln wollen so eine Möglichkeit zu schaffen? Der Aufwand hält sich sicher in Grenzen, ich rechne nicht mit mehr als 1-2 Booten im Jahr und ne RG65 ist Aufgrund der einfachen Regeln in 10 min komplett vermessen....
Roland K.
 

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Beitrag: #9Beitragvon Roland K. » 10.07.2013, 09:44


Ich greif mal den Einwand von Andy auf. Wenn es keiner machen will muss man nämlich eh nicht drüber diskutieren ;-)

Also wer wäre denn Bereit für die Segler die für internationale Regatten einen Messbrief brauchen als Vermesser zu fungieren? Ich würde das machen, noch jemand ?
Roland K.
 

Re: Meinungen zum Vermessungsbrief

Beitrag: #10Beitragvon Arne » 10.07.2013, 10:37


Moin Roland,

ich würde natürlich auch das Vermessen der Segel/Boote übernehmen. Ich glaube nicht das, dass in 10 Minuten getan ist aber ich denke das der Ansturm sich in Grenzen halten wird ;)


Gruß

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