Stardust - Ein Versuch mit Freecad und 3D Druck ein Boot zu

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Moderator: Uwe

Re: Stardust - Ein Versuch mit Freecad und 3D Druck ein Boot

Beitrag: #11Beitragvon tino » 09.07.2019, 06:18


Habe das Mittelteil kurz im Masstab 30% gedruckt und funktioniert problemlos. Am Unterwasser habe ich diverse feine Netzstrukturen. Ich muss vermutlich die Meshauflösung noch verbessern für den Slicer.

Der Bug gefällt mir so noch nicht, würde vermutlich bei Welle und Vorwind schnell eintauchen und das Boot stoppen. Statt ein senkrechter Bug schräge ich denn etwas an und mache das Vorschiffunterwasser etwas voller. Dann Stardust vierteln und neue Fasen anbringen.
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Re: Stardust - Ein Versuch mit Freecad und 3D Druck ein Boot

Beitrag: #12Beitragvon hammax » 09.07.2019, 11:23


Ein Vorschlag für den direkten Workflow von 3D-Druck-Sektionen.
- Man kann mit direkt vom Masterrumpf parametrierten Clonen arbeiten (keine Skalierungen!!!)
- Sowohl für die Sektionen als auch für die Flansche
- Die Abzugs-Thickness funktioniert (zumindest bei dieser Spantkonstruktion)
- Die jeweilige Flansch-Scheibe ist mittig auf der Trennstelle und kann somit in beiden Sektionen,
also links oder rechts verwendet werden
- Man muss nur noch an den Sektionen auf der Flanschseite die Fase anbringen
- Der Aufbau der Common-Quader ganz am Anfang ist hoffentlich logisch - Rest Placement-Ops
Tino bitte testen


Stardust_AL_3.PNG
Sektionierung
Dateianhänge
Stardust_5.zip
Muster Workflow ???
(470.19 KiB) 35-mal heruntergeladen
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Re: Stardust - Ein Versuch mit Freecad und 3D Druck ein Boot

Beitrag: #13Beitragvon GER OK 712 » 10.07.2019, 16:34


Hallo Martin, Hallo RG´ler,

Bin wieder Zurrück und wir können loslegen...........

Martin Du hast dir Gedanken gemacht wie Du das Boot einsetzen möchtest.
Nach Deiner Aussage soll es eine "Rakete" werden. Also ein schnelles Regattaboot.
Bestimmte Grundparameter sind damit bestimmt.
Wir optimieren das Boot also zur Rennyacht.

Bestimmte Eckwerte für eine Regatta-RG haben sich im laufe der Zeit als gut erwiesen. Diese
Eckdaten haben sich durch Versuch und Irrtum ergeben. (Erfahrung)


Gewicht: 1000g
Ballsatgewicht: 500g bis 700g
Länge des Rumpfes: 650mm
Breite des Rumpfes: zwischen 100mm bis 120mm
Tiefgang des Rumpfes: zwischen 30mm bis 40mm
Bughöhe über der Wasserlinie: 50mm bis 60mm
Schwertlänge: 270mm
Ruderblattgröße: 50% der Schwertfläche

Andy´s Erfahrungen

Gewicht: 950g - 1100g
Ballsatgewicht: 600g - 700g
Breite der CWL: 95mm - 105mm
Bughöhe über CWL: 65mm - 75mm
Besonders bei SwingRig-Boote zu beachten

Die Eckdaten werden genauer. Andy hat uns seine Erkenntnisse zur Verfügung gestellt. Und ich habe
die Daten noch nachträglich ergänzt. Danke Andy....... :tup:

Das sind natürlich nur Anhaltswerte. Jeder Konstrukteur hat hir seine eigenen Vorstellungen.
Aber es sind gute Anfangswerte für die eigene Konstruktion.
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Re: Stardust - Ein Versuch mit Freecad und 3D Druck ein Boot

Beitrag: #14Beitragvon GER OK 712 » 10.07.2019, 17:09


Praktischer Tipp für das Zeichnen der Yacht.

Eine Skizze anfertigen.

die Ansicht von der Seite,
die Ansicht von Oben,
die Ansicht von Vorne (Spantansicht)

Da das folgende Programm FreeShip sein soll richte ich mir die Skizzen schonmal nach den Eigenheiten
von FreeShip aus. Die Ebenen x,y,z paße ich in der 2D-Zeichnung an.

Das sieht dann so aus->Seitenansicht hat eine Z/X Koordinate
->Draufsicht hat eine Y/X Koordinate
->Spantansicht hat eine Z/Y Koordinate

Siehe angehängte Bilder.
Dateianhänge
Seitenansicht.jpg
Seitenansicht
Wie zu sehen ist habe ich auch alle 65mm eine senkrechte Linie für die Spanten gemacht.
Den Mittelspannt Rot gefärbt ( bessere Übersicht)
Und die blaue Linie ist die Wasserlinie.
Draufsicht.jpg
Draufsicht
Hir ist die X/Y Koordinate zu erkennen.
Und ich habe die Spantlinien eingefügt, und die voraussichtliche Breite des Bootes.
Spantansicht.jpg
Spantansicht
Hir ist die Z/Y Koordinate zu sehen. Und ich habe die Bughöhe eingezeichnet.
Die blaue Linie ist wieder die Wasserlinie.
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Re: Stardust - Ein Versuch mit Freecad und 3D Druck ein Boot

Beitrag: #15Beitragvon GER OK 712 » 10.07.2019, 17:36


Ihr seht, ich habe die Skizze bewußt in einem 2D-CAD Programm gemacht. Das hat im weiterem Verlauf
der Konstruktion Vorteile.
Ich kann Maße exakt aus der Zeichnung entnehmen. Die Stimmen weit nach dem Komma..........
Auf einem Blatt Papier (auch wenn es Milimeterpapier ist) bin ich ungenauer.

Nun bin ich soweit das ich mir Gedanken über das Boot machen kann.

In die Seitenansicht müßen Linien eingetragen werden.

Kielsprung
Spiegel
Bug
Kim
Decksprung

Das sind wichtige Linien. Die bestimmen die weitere Konstruktion des Bootes. Wir arbeiten diese nun
nach und nach durch.

Kielsprung->
Folgende Fragen stellt sich für den Konstrukteur

Wo ist der tiefste Punkt?
Fängt der Kielsprung an der Wasserlinie an und hört er dort auf?
Man kann den Kielsprung in drei Gruppen unterteilen.
Ich bezeichne sie mal mit A, B, C

Bei A ist der tiefste Punkt im hinteren Drittel der Rumpflänge
Bei B ist der tiefste Punkt in der Mitte der Rumpflänge
Bei C ist der tiefste Punkt im vorderen Drittel der Rumpflänge

Die Frage lautet? Was möchte der Konstrukteur erreichen? Welche Art des Kielsprunges ist für ihn wichtig?

Bild als Anhang, Damit ist es besser zu sehen wie ich das meine.
Dateianhänge
DSC00599.jpg
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Re: Stardust - Ein Versuch mit Freecad und 3D Druck ein Boot

Beitrag: #16Beitragvon GER OK 712 » 10.07.2019, 17:52


Spiegel->

Wie soll der Spiegel aussehen?
Senkrecht im Boot, nach vorne geneigt, nacht hinten geneigt?
Sollte es ein Spitzgatt Heck werden?

Ich denke es wird ein gerader Spiegel der mit der Wasserlinie anfängt und eine Höhe bekommt das gerade so das Ruderservo eingebaut werden kann.

Der Bug->
Welche Form soll er erhalten? Senkrecht gerade? Oder nach hinten geneigt? Oder nach Vorne geneigt?
Einen S-Schlag ist in den 70er Modern gewesen............

Auch hir denke ich, er sollte mit der Wasserlinie anfangen und ca 50mm-60mm hoch werden.
Einen senkrechen Verlauf haben.

Es sind alle Freiheiten offen.

Ich trage einfach mal den Bug und den Spiegel in die Seitenansicht ein.

Bild folgt:
Dateianhänge
DSC00600.jpg
Die roten senkrechten Linien stellen den Spiegl und den Bug dar.
Alles stark Übertrieben.
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Re: Stardust - Ein Versuch mit Freecad und 3D Druck ein Boot

Beitrag: #17Beitragvon GER OK 712 » 10.07.2019, 18:18


Eine weitere wichtige Linie ist der Decksprung.
Dieser bestimmt auch im hohem Maße das Aussehen des Bootes.
Sieht das Boot eher Elegant oder Plump aus?

Es sind drei Hauptlinien üblich. Diese kommen zur Anwendung.

Ich nenne sie auch wieder A, B, C

A= Negativer Decksprung (Neigung zur Wasserlinie)
B= Neutraler Decksprung (Gerade Durchlaufend)
C= Positiver Decksprung (Neigung nach Oben)

Der Negative Decksprung ist im Allgemeinen als Elegant anzusehen. Und diese Linie schmeichelt dem Auge.
Die anderen Linien haben auch ihre Berechtigung. Je nach Verwendungszweck/-eigenschaft.

Ich trage die Linienführung in unsere Seitenansicht ein.

Die Linienführung der Kimmlinie ergibt sich etwas Später aus der Spantansicht.
Diese tragen wir nachträglich in die Seitenansicht ein.

Bild
Dateianhänge
DSC00601.jpg
DSC00602.jpg
Unser Boot könnte so aussehen? (Rote Linie)
Haben wir ein Footy gebaut? Wir wollten doch eine RG.....grins
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Re: Stardust - Ein Versuch mit Freecad und 3D Druck ein Boot

Beitrag: #18Beitragvon GER OK 712 » 10.07.2019, 18:44


Die nächste Ansicht.

Blick von Oben (Draufsicht)



In dieser werden drei Hauplinein bestimmt.

Spiegelbreite
Decksprung von oben
Kimverlauf von oben

Der Decksprung von oben wird im wesendlichen von zwei Merkmalen bestimmt. Die Spiegelbreite und
die Position der größten Breite im Rumpf.

Der Kimverlauf ergiebt sich auch wider aus der Spantansicht und kann nachträglich zur Vervollständigung eingetragen werden.

Ein Beispiel für die Liniendarstellung in der Draufsicht.

Ich sehe gerade,ich habe einen Fehler gemacht. Das Bild zeigt die falschen Koordinaten.
Bitte beachten. Breite muß Y-Koordinate sein. Die Länge X-Koordinate.
Danke, dafür brauche ich das Bild nicht mehr Ändern........
Dateianhänge
DSC00603.jpg
Das könnte unsere RG in der Draufsicht sein.
Breite des Spiegels ist festgelegt. Der Decksprung ist festgelegt.
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Re: Stardust - Ein Versuch mit Freecad und 3D Druck ein Boot

Beitrag: #19Beitragvon GER OK 712 » 10.07.2019, 19:28


Nun haben wir schon viel geschafft. Wesentliche Lineinführungen des Bootes sind bestimmt.
Der Kielsprung -> sehr wichtig
Der Decksprung von oben ->sehr wichtig
Der Decksprung von der Seite ->sehr wichtig

Das sind die Hauptmerkmale um die Spanten bestimmen zu können.
Aber wir wissen auch wie der Bug aussieht und der Spiegel.

Jetzt können wir uns an das Ausarbeiten der Spanten machen.


Für das Erlernen und Üben nehmen wir mal ein Boot mit Kinickspant. Es soll mit zwei
Planken auf der jeweiligen Bootsseite ausgestattet werden.
Die Bodenplanke soll mit 5° Ansteigen und die Seitenplanke soll mit 16° aus der Senkrechten
angestellt werden. Damit bekommen wir schon ein ansehnliches Boot.
Ein Bild erklärt leichter..........

Das ist jetzt die Grundlage für jeden weiteren Spant im Boot.
Der Spiegel wird so konstruiert.
Spant 650, 130, 195, 260, 325, 390, 455, 520, 585 werden so konstruiert.
!!!!!!!!!!genau einhalten sonst Strakt das Boot nicht!!!!!!!!!
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Re: Stardust - Ein Versuch mit Freecad und 3D Druck ein Boot

Beitrag: #20Beitragvon GER OK 712 » 10.07.2019, 19:55


Als Beispiel konstruieren wir den Spant 325 (der Rote)

Breite des Decksprung enthehmen wir aus der Draufsicht.
Das ist dann der P3 Punkt. Und Höhe aus der Seitenansicht.

Höhe des Kielsprunges entnehmen wir aus der Seitenansicht. Das ist P1 Punkt

P2 wird in der Spantansicht Konstruiert. Nach dem Vorgabeschema für die Spanten.
Höhe Z Vermessen, Breite Y Vermessen Die Koordinaten P2 Punkt sind festgelegt.

Bild zeigt das Konstruktionsschema.

An den weiteren Spanten in dieser Art fortfahren.
Die Z/Y.Koordinaten der Kimlinie können zur Vervollständigung in die Draufsicht und in die Seitenansicht eingetragen werden. Damit haben wir auch den Kimverlauf in den entsprechenden Ansichten dargestellt.

Die X,Y,Z-Koordinaten werden für die Punkte in FreeShip gebraucht. Die Modeliernetzpunkte in FreeShip bekommen genau die jeweiligen X,Y,Z-Werte. Damit bilden wir das Boot in FreeShip nach.
Ja, das ist eine Fleißarbeit. Dauert lange. Das Boot ist aber sehr gut gestrakt.
Und nun sind auch entlich die hydrostatischen Daten sichtbar.

Die X,Y,Z,-Grundkoordinaten im 2D-Programm entsprechen den Grundkoordinaten in Freeship.
Darum können diese als Null-Bezuglienien genutzt werden.
Achtung beim Übertragen! FreeShip ist ein GroßSchiff-Programm. Der Umgang mit Maßen unter einem Meter kann das Programm nicht umgehen. Wenn ihr das Boot im 2D-Programm mit 650mm gezeichnet habt
müßt ihr das im FreeShip dementsprechend vergrößern. Hir bietet sich der Faktor 1:10 an.
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