Theorien zum Leichtbau

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Moderator: Uwe

Re: Theorien zum Leichtbau

Beitrag: #11Beitragvon haegar » 27.01.2014, 11:58


Hi,
Bei allem Leichtbau"wahn" ...
Die Trägheitsmomente spielen eine nicht unerhebliche Rolle beim Verhalten in der Welle. Zuviel Masse im Kiel (und die vielleicht auch noch in einer zu kurzen Bombe konzentriert) kann dazu führen, dass das Boot bei Welle nur noch stampft und nicht mehr vorwärts segelt. Ich habe nur leider keine Ahnung, wie man das theoretisch in den Griff bekommt.
Das Design muss im Endeffekt ein möglichst guter Kompromiss zwischen verschiedenen Faktoren sein. Die Erfahrung zeigt, dass Extrembauten nie wirklich gute Regattaboote sind. Das Einsatzspektrum wird einfach zu klein.
Gruß aus Teltow
Achim
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Wer die Zeit anhalten will, sollte es mal mit Sekundenkleber probieren ...

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Re: Theorien zum Leichtbau

Beitrag: #12Beitragvon Torti » 27.01.2014, 17:01


Ich musste gerade über den Beitrag von Veit grinsen...
Her Scharmer hat eigentlich den Extremismus im Bootsbau erfunden und jede Unmöglichkeit probiert.
Man muss sich eigentlich nur durchs Network quälen und hat alles zum nachlesen.
Sogar die ganz Großen zehren von seinen Ideen und das ist schon mal nicht ohne!

...und deshalb stehe ich auch nicht auf diese extrem überhöhten Segel mit Monsterköpfen.
Die bringen dermaßen viel Gewicht in den Top, dass alle anderen Versuche, irgend was zu optimieren fast sinnlos sind. Was habe ich denn durch viel Segelfläche im besseren Windbereich, wenn ich durch sinnlose Krängung gar nicht mehr in diesen Bereich komme? Der Segedruckpunkt geht nach oben und mein Boot freut sich über die Hebelgesetze und nickt freundlich ab...super! :?
Ok, ich verlängere den Kiel, um ein besseres aufrichtendes Moment zu erzeugen...
Schön, damit kaufe ich mir mehr benetzte Fläche, das Losbrechmoment geht nach oben...und alle ziehen lustig an mir vorbei.
Ok, ich mache den Kiel nicht länger! Nur muss ich jetzt bisschen mehr Blei durch die Gegend schleppen...
Bedeutet?
Mehr benetzte Fläche, mehr Trägheit bei Manövern und bei Welle (mit viel Pech, gerade genug um eine Verschiebung der Amplitude zu haben, die mich genau durch die Welle schickt).
Behandeln der Symptome, oder bekämpfen der Ursachen?
Nur so ein paar Gedanken...
MfG Torti

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Re: Theorien zum Leichtbau

Beitrag: #13Beitragvon Arne » 27.01.2014, 17:19


Moin,

Abschnitt C.4.2 und H.3: http://www.onemetre.net/OtherTopics/XYZ ... 006v12.pdf

Es gibt durchaus Klassen bei denen das aufrichtende Moment berücksichtigt und reglementiert wird ;)


Gruß

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Re: Theorien zum Leichtbau

Beitrag: #14Beitragvon VeitHAM » 27.01.2014, 17:38


moin Torti,

was ein einfaches Experiment zur Ermittlung des Systemschwerpunkts mit Extremismus zu tun hat, müßtest Du mir bitte mal erklären.

Gruß Veit
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Re: Theorien zum Leichtbau

Beitrag: #15Beitragvon Torti » 27.01.2014, 17:50


Veit...
das war nicht böse gemeint! Ich bewundere Michael für seine Art zu denken und Boote zu bauen.
Er ist in dieser Hinsicht einfach...anders. Das inspiriert mich, auch andere Wege zu beschreiten.
...und er ist einer der Wenigen, die sich intensiv Gedanken um den Systemschwerpunkt gemacht haben!
Holzmasten, Aramid-Vor-und Achterstag...teilweise sogar Wanten, sehr leichte "Segeltuch", Bleiform, usw.
MfG Torti

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Re: Theorien zum Leichtbau

Beitrag: #16Beitragvon RainerM » 27.01.2014, 19:02


Habe ich etwas überlesen oder warum macht Herr Archimedes hier nicht mit?
Der hätte so einiges gegen die diskutierten Momente.
Gleiche Systemschwerpunkte auf dem "Trockenen" können im Wasser
durchaus differieren!
VG Rainer
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Re: Theorien zum Leichtbau

Beitrag: #17Beitragvon Torti » 27.01.2014, 19:18


Moin Rainer,
wenn das auch noch mitspielen soll, wirds wohl richtig übel. ;)
Ich denke, für grobe Abschätzungen reicht der Daumen...
Hier gehts wohl mehr um praktische Gesichtspunkte. Wenn da noch VSP reinspielt...und die Verschiebung des selbigen...dazu vielleicht noch Änderungen bei Nickbewegungen und...und...und, wirds sehr theoretisch.
Wäre aber mal nen eigenen Thread wert! Denke ich jedenfalls...
MfG Torti

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Re: Theorien zum Leichtbau

Beitrag: #18Beitragvon MartinRheine » 27.01.2014, 20:50


Moin Rainer !

Ich nehme an, du meinst den Auftrieb der Bleibombe. Da hatte ich auch drüber nachgedacht und es dann für die Abschätzung vernachlässigt. Wußte ja nicht, dass das Thema so gründlich betrachtet wird - freut mich aber.

Für die Betrachtung der Momente denke ich, dass sich der Effekt sogar rausrechnet. Die Bleibombe muss allerdings so vergrößert werden, dass sie das eingesparte Gewicht unter Wasser kompensiert.
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Re: Theorien zum Leichtbau

Beitrag: #19Beitragvon RainerM » 28.01.2014, 06:46


Hallo Torsten,
nein so hoch wollte ich gar nicht einsteigen,
das gute alte archimedische Prinzip sollte
es schon bleiben.

Martin,
Blei unter Auftrieb umrechnen o.k. es bleiben da
aber noch die Anhänge.

Beispiel 1.)
Der eine Segler verbaut ein Ruder
mit 7g Gewicht ein anderer eins mit12g
da es vielleicht dicker ist.
Bei Schwimmversuchen geht das 7g Ruder
leicht unter, das 12g Ruder muß man mit 6g
unter Wasser drücken.
Welches kommt in deine Liste?

Beispiel 2.)
Aluschwert, 55g schwer aber produziert einen
Auftrieb von 12g
dagegen Carbonschwert mit 45g und keinen
Auftrieb.
Welches Schwert sollte in die Liste?

O.k. die Beispiele sind gewichtsseitig an den
Haaren herbeigezogen und wirklich ändern tun
sie an der Betrachtungsweise auch nicht viel.
Ich möchte euch nur etwas sensibilisieren,
leicht muß nicht immer gleich Hightech sein.
VG Rainer
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Re: Theorien zum Leichtbau

Beitrag: #20Beitragvon Admin1 » 28.01.2014, 10:00


Servus,

VeitHAM hat geschrieben:...
Eure Ergebniss würden mich interessieren!
Bei mir: 1150g Gesamtgewicht, davon 620g Blei; SW 105mm unter Boot.

Bei allem hin-und-her ist es auf jeden Fall ein interessanter Versuch ..
und der Aufwand ist ja überschaubar :)
also habe ich mich mal an Veit's Versuch gemacht und meine aktuelle Baustelle auf einen Bleistift gelegt.
_IGP6175.JPG

_IGP6173.JPG

Das Boot ist fast fertig (fehlt nur noch die Decksfolie) und wiegt derzeit knapp 970g.
Auf dem Bild ist das Maß bis zur CWL angegeben .. was ich eigentlich für sinnvoller halte.
Natürlich werden bei uns die Werte stark variieren weil wir alle Freiheiten bei Bleigewicht, Schwertlänge usw.. haben. Um die Daten wenigstens einigermassen einzuordnen sollte man deswegen zusätzlich die Werte für Bleigewicht und Schwertlänge mit angeben.
Hier mal meine Daten im Überblick..
Boot = 970g (mit niedrigem A-Rigg 940mm über Deck)
Schwert = 600g Bleigewicht an 250mm Schwert (Gesamt ca. 650g)
SP = 115mm-Rumpfunterkante bzw. 158mm-CWL
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