Coriolis

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Moderator: Uwe

Coriolis

Beitrag: #1Beitragvon Arne » 30.09.2013, 12:59


Moin Modellbauer,

die wahrscheinlich letzte Coriolis aus meiner Hand ...

Das Boot ist vielen bekannt und dieser kurze Baubericht wird auch, wie bei der Monomer, keine neuen Erkenntnisse bringen. Vielleicht interessiert es trotzdem den einen oder anderen.

Ich werde überwiegend auf die Kunststoffarbeiten eingehen, da das Boot wieder eine Auftragsarbeit ist und das Rigg schon bei dem neuen Eigentümer weilt. Vielleicht bekomme ich eine improvisierte Probefahrt hin...

Gezeichnet habe ich die Coriolis 2009, zur damaligen iDM in Berlin (3. Platz).
Den Bauplan gibt es bei mir für viel Geld oder auch frei im Internet, einen Spantensatz bietet Rainer Kuhlmann an.
Das heißt die Form hat schon einige Jahre auf dem Buckel und es sind ca. 65 Boote aus der Form entstanden.
Kaputt gegangen ist an der Form bis heute nichts, die Oberfläche ist nicht mehr ganz eben, aber das ist kaum zu erkennen. Leider weiß ich nicht mehr welches Formenharz ich damals verwendet habe. Einige später entstandene Formen sind zum Teil schnell kaputt gegangen. Bestes Beispiel dafür ist meine Mini 40 Form. Der Formenharz zerbröselt, beim entformen geht immer ein wenig Formenharz ab. Nicht vom GFK sondern der Harz an sich zerfällt.

Als erstes wird die Form mit Formula Five einmal gewachst und sofort poliert. Nicht bis zum Hochglanz aber so das alle Unebenheiten des Wachses verschwunden sind. Nach einigen Stunden kann nochmal nachpoliert werden, muss aber nicht. Anschließend trage ich meine Gelcoatschicht mit der Rolle auf. Ich habe es schon an anderer Stelle beschrieben, richtig wäre das Gelcoat zu spritzen oder mit dem Pinsel aufzutragen. Das eine macht mir zuviel Arbeit, das andere wird mir zu schwer. Daher trage ich das Material mit der Rolle auf. Am Steven (unten und oben) trage ich die Schicht etwas dicker auf. Dadurch verhindere ich an engen Radien des Gewebes Fehlstellen bzw. Blasen in der Deckschicht. Klappt aber auch nicht immer.
Jetzt heißt es warten ... zwei bis vier Stunden ... je nach Härter.


Gruß

Arne
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coriolis_1.jpg
Gewachste Form
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Form mit Gelcoat
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Re: Coriolis

Beitrag: #2Beitragvon Arne » 30.09.2013, 14:25


... vier Stunden später ;)
Ich glaube das ich etwas zu früh laminiert habe. Ich habe nicht daran gedacht das die Temperatur draußen inzwischen doch einige Grad geringer ist. Das schlägt sich dann auch in meiner Werkstatt nieder.
Ich werde es sehen, sobald der Rumpf aus der Form kommt.

Laminataufbau: 3 x 80g Leinwandgewebe, im vorderen Bereich, ca. 25 cm, eine weitere Lage 80g, im Zickzack angeschniten.

Jetzt muss ich ca. 24 Stunden warten :popc:


Gruß

Arne
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Re: Coriolis

Beitrag: #3Beitragvon Classic » 30.09.2013, 18:14


Moin,
"die wahrscheinlich letzte Coriolis aus meiner Hand ... " @Arne
Hoffentlich nicht,das wäre schade!
Thomas
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Re: Coriolis

Beitrag: #4Beitragvon Arne » 01.10.2013, 09:20


Hallo Thomas,

wenn du möchtest kannst du anschließend die Form haben ... dann komme ich nicht in Versuchung ;)


Gruß

Arne
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Re: Coriolis

Beitrag: #5Beitragvon g2909 » 01.10.2013, 18:32


Moin,

ich glaube, wir sollten ein Museum aufmachen. Darin können wir z.B. Arnes ausgediente Formen etc. zur Schau stellen :mrgreen:

Doch bevor es soweit kommt: ich bin dafür, dass noch viele Boote aus dieser Form entstehen. Die Coriolis hat das Zeug zum Klassiker ;)


Gruß Christian
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Re: Coriolis

Beitrag: #6Beitragvon Arne » 14.10.2013, 16:37


... einige Tage später :?

Nach dem das überstehende Gewebe mit einer Cutterklinge abgeschnitten wurde, wird eine Seite mit Gelcoat eingepinselt (auf dem Foto die obere Formenhälfte).
Das Gelcoat wird beim Zusammenbauen der Formen gleichmäßig verteilt und verhindert Fehlstellen an der Naht/Undichtigkeiten... wenn es klappt ;)

Nach dem die Form zusammengeschraubt ist, wird ein Nahtband (hier 1x220g) in die Form gelegt, mit Harz eingepinselt und fest angedrückt. Das Gewebe muss vollständig mit Harz durchtränkt sein (evtl. noch außerhalb der Form mit Harz einpinseln) und muss vollständig anliegen.
Anschließend wird mit einem Stück Küchenrolle alles übreschüssige Harz aufgenommen.
Früher habe ich viel mit Abreißgewebe gearbeitet. Das mache ich fast nicht mehr. Ich laminiere mit so wenig Harz, das dass Abreißgewebe nicht hält und zusätzlich Harz aufgebracht werden müsste. Das kostet Geld und macht keinen Sinn. Es gib sicherlich Arbeiten wo das Abreißgewebe sinnvoll eingesetzt werden kann, beim Bauen eines RG-Rumpfes kann meiner Meinung nach darauf verzichtet werden.


Grüße aus dem hohen Norden

Arne
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coriolis_4.jpg
Formenrand mit Gelcoat oder angedickten Harz einpinseln
coriolis_5.jpg
Sichtbares hervortreten des Gelcoats in der Trennebene
coriolis_6.jpg
Fertig laminiert und von überschüssigen Harz befreit
Arne
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Re: Coriolis

Beitrag: #7Beitragvon Arne » 16.10.2013, 11:10


Moin Modellbauer,

weiter geht es mit dem Einbau des Spiegels und des Stevens.

Ich verwende dafür Plattenmaterial. Aufbau: Gelcoat, 160g Glasgewebe, 1,2 mm Airex, 160g Glasgewebe.
Das 160g Gewebe ist für den Spiegel einer RG etwas überdimensioniert aber ich verwende das Material auch für größere Boote. Sozusagen "Einheitsware" ;-)

Der Spiegel wird in den Rumpf geklebt wärend der Rumpf noch in der Form ist. Dadurch wird gewährleistet das alles gerade bleibt. Ich ziehe keine Hohlkehle, nur der Spalt zwischen dem Spiegel und dem Rumpf wird mit angedickten Harz aufgefüllt. Ich habe dadurch zwar nur eine ~1,3 mm breite Klebenaht aber die umlaufende Klebefläche ist so groß, dass da in der Regel nichts passiert.

Auf der Oberfläche des Spiegels befindet sich noch Trennmittel. Harzreste können also ohne Probleme vom Spiegel entfernt werden. Alternativ den Spiegel vorher mit Tape abkleben.

Der Steven wird auf die gleiche Art hergestellt und eingeklebt.


Gruß

Arne
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coriolis_7.jpg
Grob zugeschnittener Spiegel
coriolis_8.jpg
Eingeklebter Spiegel, Rümpfüberstand wird nach entformen entfernt
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Re: Coriolis

Beitrag: #8Beitragvon Arne » 18.10.2013, 15:51


Moin Modellbauer,

so sieht der Rumpf aus wenn er aus der Form kommt.

coriolis_9.jpg


Der Rumpf wiegt so 110g. Das ist kein leichtgewicht aber ich denke noch ganz OK. Wenn alles überflüssige entfernt ist, wird das Gewicht um die 100g liegen.


Gruß und schönes Wochenende

Arne
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Re: Coriolis

Beitrag: #9Beitragvon Arne » 05.11.2013, 08:46


Moin Modellbauer,

bis Ende dieser Woche muss das Boot fertig werden... :?

Auf den Fotos ist die Mast-/Kieltasche zu erkennne. Sie ist noch nicht fertig bearbeitet und nicht so krumm und schief wie es aussieht ;)
Die Tasche besteht aus 4x80g Glasgewebe (Leinwand). Drei Lagen würden auch reichen aber ein wenig mehr Stabilität macht auch nichts.


Gruß

Arne
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coriolis_10.jpg
Rohling Kiel-/Masttasche
coriolis_11.jpg
zusammengeklebte Kiel-/Masttasche, noch nicht zu Ende bearbeitet
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Re: Coriolis

Beitrag: #10Beitragvon Arne » 14.01.2014, 11:55


Moin Modellbauer,

das Boot sollte schon lange fertig sein ... :?
Jetzt geht es weiter.

Der Rumpf ist weitestgehend von überflüssigen Material befreit, die Kiel-/Masttasche angepasst.
Auch bei der Coriolis ist die Naht der beiden Rumpfhälften sehr hilfreich beim ausrichten. Die Tasche wird anhand der Rumpfnaht positioniert, mit Sekundenkleber fixiert und mit angedickten Harz eingeklebt. Fertig!

Morgen geht es weiter ;)


Gruß

Arne
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coriolis_4.jpg
coriolis_5.jpg
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